Die Automobilbranche befindet sich seit einigen Jahren in einem massiven Umbruch: Digitalisierung, Elektromobilität und strengere gesetzliche Vorgaben stellen Autohäuser vor neue Herausforderungen. Kunden erwarten heute nicht nur kompetente Beratung, sondern auch einen reibungslosen digitalen Service – von der Online-Fahrzeugsuche über transparente Angebote bis hin zu rechtskonformen Rechnungen.
Hier setzt Software für Autohändler, auch bekannt als Dealer-Management-System (DMS), an. Diese Systeme vernetzen alle zentralen Geschäftsbereiche eines Autohauses – vom Fahrzeugbestand über die Kundenverwaltung bis zur Finanzbuchhaltung – in einer einzigen Plattform. Das Ergebnis: mehr Effizienz, geringere Fehlerquoten und eine bessere Kundenbindung.
Gerade in Deutschland spielen dabei auch rechtliche Anforderungen eine wichtige Rolle. Themen wie GoBD-konforme Kassenführung oder die E-Rechnungspflicht ab 2025 zwingen Autohäuser dazu, ihre Prozesse digital und rechtssicher abzubilden. Moderne DMS unterstützen Händler dabei mit automatisierten Abläufen, Schnittstellen zu gängigen Fahrzeugbörsen (z. B. mobile.de, AutoScout24) und integrierten Finanz- und Reporting-Funktionen.
In diesem Artikel erfahren Sie,
- was man unter Software für Autohändler versteht,
- welche Anbieter es gibt,
- welche Funktionen im Autohaus-Alltag entscheidend sind,
- welche rechtlichen Vorgaben beachtet werden müssen,
- und wie Sie die passende Lösung für Ihr Autohaus auswählen.
Was versteht man unter Software für Autohändler?
Unter Software für Fahrzeughändler versteht man branchenspezifische IT-Lösungen, die den kompletten Geschäftsalltag eines Autohauses digital abbilden. Im internationalen Sprachgebrauch wird hierfür oft der Begriff Dealer-Management-System (DMS) verwendet.
Definition Dealer-Management-System (DMS)
Ein DMS ist eine integrierte Softwareplattform, die alle Kernprozesse eines Autohauses in einer zentralen Datenbank bündelt. Sie verknüpft die Bereiche Fahrzeugbestand, Kundenmanagement, Verkauf, Werkstatt, Teilelager und Finanzbuchhaltung miteinander. Dadurch müssen Informationen nicht mehrfach erfasst werden, sondern stehen allen relevanten Abteilungen in Echtzeit zur Verfügung.
Zielsetzung: Integration aller Geschäftsprozesse
Das Hauptziel eines DMS ist es, Effizienz und Transparenz zu steigern.
- Händler können Fahrzeuge schneller in den Bestand aufnehmen und auf Online-Börsen veröffentlichen.
- Verkäufer erhalten einen direkten Überblick über verfügbare Fahrzeuge und Finanzierungsoptionen.
- Werkstätten planen Aufträge nahtlos aus dem System heraus.
- Das Controlling profitiert von tagesaktuellen Kennzahlen zu Umsatz, Kosten und Auslastung.
So entsteht ein digitales Ökosystem, in dem alle Prozesse ineinandergreifen und manuelle Doppelarbeit entfällt.
Unterschied zu klassischen ERP- oder Branchensoftwares
Während klassische ERP-Systeme (wie SAP oder Microsoft Dynamics) eher generische Unternehmensprozesse abbilden, sind DMS speziell auf die Bedürfnisse von Autohäusern zugeschnitten.
- Sie verfügen über Schnittstellen zu Fahrzeugbörsen wie mobile.de oder AutoScout24.
- Sie unterstützen OEM-spezifische Anforderungen (z. B. Datenmeldungen, Schnittstellen für Garantie- und Serviceabwicklung).
- Sie berücksichtigen rechtliche Besonderheiten der Branche, wie die GoBD-konforme Kassenführung oder die kommende Pflicht zur elektronischen Rechnung.
Kurz gesagt: Ein DMS ist kein Standard-ERP, sondern eine maßgeschneiderte Branchensoftware, die speziell auf die Anforderungen des Kfz-Handels abgestimmt ist.
Anbieter im Überblick
Der Markt für Software für Autohändler ist vielfältig und reicht von spezialisierten deutschen Lösungen bis hin zu international tätigen Konzernen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Anbieter.
Deutsche Anbieter
Loco-Soft
- Einer der bekanntesten DMS-Anbieter im deutschsprachigen Raum.
- Stärken: umfassende Module für Fahrzeugverwaltung, Werkstatt, Finanzbuchhaltung und CRM.
- Besonderheit: DATEV-Exports, GoBD-konforme Kassenführung sowie OEM-Zertifizierungen (z. B. Ford, Kia).
- Zielgruppe: Markenbetriebe und Mehrmarkenhändler.
Autrado
- Fokussiert auf Fahrzeugvermarktung und Online-Präsenz.
- Stärken: direkte Schnittstellen zu mobile.de und AutoScout24, 360°-Fotos und automatisierte Inseratsverwaltung.
- Ideal für Händler mit starkem Online-Fokus und hoher Inseratsfrequenz.
Carcuro
- Cloudbasierte Lösung für kleinere und mittlere Händler.
- Stärken: einfache Fakturierung, Verwaltung von Fahrzeugbeständen, GoBD- und E-Rechnungskonformität.
- Besonders geeignet für Händler, die Wert auf eine schlanke, rechtssichere Lösung legen.
pixelconcept
- SaaS-Plattform mit Fokus auf Marketing, CRM und Händlerwebseiten.
- Stärken: individuelle Website-Integration, CRM-Tools, über 50 Schnittstellen.
- Zielgruppe: Händler, die eine Kombination aus DMS und Marketingplattform suchen.
SilverDAT (DAT)
- Kein vollwertiges DMS, aber Standardlösung für Fahrzeugbewertung, Kalkulation und Restwertanalysen.
- Stärken: objektive Gebrauchtwagenwerte und Reparaturkalkulationen.
- Wird häufig in Kombination mit DMS-Systemen eingesetzt.
ECAROS (Nextlane)
- Etabliertes System im DACH-Raum.
- Stärken: Mehrmarkenfähigkeit, modulare Struktur, Schnittstellen zu Herstellern und Drittanbietern.
- Zielgruppe: mittelgroße bis große Händler mit mehreren Marken.
KFZ3000
- Seit Jahrzehnten am Markt, besonders bekannt im klassischen Kfz-Handel.
- Stärken: Verwaltung von Verkauf, Werkstatt, Lager und Finanzen.
- Zielgruppe: Händler, die eine bewährte On-Premise-Lösung bevorzugen.
Internationale Anbieter
CDK Global
- Weltweit führender Anbieter von Dealer-Management-Systemen.
- Stärken: große Funktionsvielfalt, hohe Skalierbarkeit, international einsetzbar.
- Besonders für große Autohausgruppen interessant.
Keyloop
- Bietet modulare Lösungen für Vertrieb, Aftersales und CRM.
- Stärken: offenes Partner-Ökosystem und zahlreiche Integrationen.
- Fokus auf mittelgroße bis große Händler mit Digitalisierungsbedarf.
incadea
- In München ansässig, international tätig.
- Stärken: cloudbasierte Plattform mit breiter OEM-Unterstützung.
- Zielgruppe: Händler, die in mehreren Ländern tätig sind oder flexible Cloud-Lösungen bevorzugen.
Reynolds & Reynolds
- Traditionsreicher US-Anbieter mit starker Marktposition.
- Stärken: umfassende Enterprise-Lösungen mit Modulen für Vertrieb, Service und Dokumentation.
- Vor allem für große Händlergruppen und internationale Märkte relevant.
Vergleichstabelle: Kosten der Autohändler-Software
| Anbieter | Preisspanne (ca.) | Hinweise |
|---|---|---|
| Loco-Soft | ab ca. 150–300 € pro Monat pro Arbeitsplatz | Preise variieren je nach Modulen, Installationsaufwand und Support. |
| Autrado | ab ca. 99–199 € pro Monat | Preis richtet sich nach Anzahl der Fahrzeuge und genutzten Modulen (z. B. Inseratsautomatisierung). |
| Carcuro | ab ca. 59 € pro Monat | Sehr günstiger Einstieg für kleine Händler; E-Rechnung & GoBD inklusive. |
| pixelconcept | ab ca. 200 € pro Monat | Fokus auf Marketing & CRM, Kosten je nach Schnittstellen und Website-Anbindung. |
| SilverDAT (DAT) | Einzelabrufe ab ca. 2–5 €, Flatrates ab ca. 100–200 € pro Monat | Zusatzmodul für Bewertung und Kalkulation, oft in DMS integriert. |
| ECAROS (Nextlane) | meist ab 200–400 € pro Monat | Häufig im Mehrmarken- und OEM-Umfeld eingesetzt, Preise projektabhängig. |
| KFZ3000 | einmalige Lizenz + Wartung ab ca. 100–200 € pro Monat | Klassische On-Premise-Lösung, variabel nach Unternehmensgröße. |
| CDK Global | auf Anfrage, oft mehrere tausend € pro Monat | Für große Händlergruppen, sehr umfangreich. |
| Keyloop | auf Anfrage | Preis hängt von Modulen (Sales, Aftersales, CRM) und Anzahl der Standorte ab. |
| incadea | auf Anfrage | Projektabhängige Kalkulation, eher im oberen Preissegment. |
| Reynolds & Reynolds | auf Anfrage | Premium-Anbieter; Kosten stark abhängig von Größe und Modulumfang. |
Zentrale Funktionen im Autohaus-Alltag
Ein Dealer-Management-System (DMS) deckt sämtliche Prozesse eines Autohauses ab. Die folgenden Funktionen sind in nahezu allen modernen Lösungen enthalten – sie unterscheiden sich jedoch in der Tiefe und im Bedienkomfort.
Fahrzeug- und Bestandsmanagement
- Verwaltung von Neu- und Gebrauchtwagen mit allen relevanten Daten (z. B. VIN, Laufleistung, Ausstattungsdetails).
- Automatisierte Preisberechnungen, Margenübersichten und Restwertanalysen.
- Synchronisation zwischen mehreren Standorten und Filialen.
- Möglichkeit, Fahrzeuge mit wenigen Klicks auf Fahrzeugbörsen wie mobile.de oder AutoScout24 zu inserieren.
CRM und Kundenkommunikation
- Zentrale Verwaltung aller Kundenkontakte, inkl. Leads, Bestandskunden und Flottenkunden.
- Automatische Erinnerungen für Probefahrten, Inspektionen oder HU/AU-Termine.
- Integration von E-Mail- und SMS-Kampagnen, um Kunden gezielt anzusprechen.
- Aufbau einer langfristigen Kundenbindung durch personalisierte Angebote und Serviceerinnerungen.
Verkauf, Verträge & Marketing
- Digitale Angebotserstellung mit Kalkulation von Finanzierung, Leasing und Versicherungen.
- Vertragsmanagement mit elektronischer Signatur und automatischer Archivierung.
- Marketingmodule für Online- und Offline-Kampagnen, z. B. Newsletter, Social Media oder Print.
- Einfache Integration von Bonus- und Rabattaktionen, die direkt in den Verkaufsprozess einfließen.
Werkstatt- und Serviceprozesse
- Terminplanung und Auftragsannahme mit direkter Verknüpfung zum Kunden- und Fahrzeugdatensatz.
- Digitale Arbeitskarten für Mechaniker inkl. Zeiterfassung.
- Ersatzteil- und Lagerverwaltung mit automatischer Bestellfunktion.
- Servicehistorie für jedes Fahrzeug, um Reparaturen und Wartungen transparent nachzuverfolgen.
Finanzbuchhaltung & Controlling
- Erstellung von Rechnungen, Gutschriften und Mahnungen – GoBD-konform.
- Schnittstellen zu DATEV und anderen Buchhaltungssystemen.
- Kosten- und Erlösübersichten in Echtzeit, ideal für Managemententscheidungen.
- Automatisierte Berichte (z. B. Umsatz nach Marke/Standort, Werkstattauslastung).
Schnittstellen zu Börsen, Bewertungs- und Kalkulationstools
- Direkte Verbindung zu Fahrzeugbörsen wie mobile.de, AutoScout24 oder regionalen Plattformen.
- Integration von SilverDAT für Gebrauchtwagenbewertung und Reparaturkalkulation.
- Möglichkeit, Finanzierungs- und Versicherungsangebote direkt im Verkaufsprozess einzubinden.
- API-Schnittstellen für die Anbindung weiterer Systeme wie Marketingtools, Webseiten oder ERP.
Rechtliche Anforderungen in Deutschland
Der Betrieb eines Autohauses bringt nicht nur organisatorische, sondern auch rechtliche Herausforderungen mit sich. Moderne Dealer-Management-Systeme (DMS) helfen dabei, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und rechtssicher zu arbeiten. Die drei zentralen Themen sind GoBD & TSE-Kassenführung, die E-Rechnungspflicht ab 2025 sowie Datenschutz und revisionssichere Archivierung.
GoBD und TSE-konforme Kassenführung
- GoBD („Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form“) schreiben vor, dass Buchführungsdaten jederzeit nachvollziehbar, vollständig und unveränderbar gespeichert werden müssen.
- Autohäuser, die mit Bargeld arbeiten, müssen zusätzlich die Vorgaben der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) erfüllen.
- Seit 2020 ist eine zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) vorgeschrieben. Sie stellt sicher, dass Kassendaten manipulationssicher gespeichert und bei Betriebsprüfungen exportiert werden können.
- Ein gutes DMS enthält daher ein integriertes Kassenmodul mit TSE-Anbindung und bietet standardisierte Exporte (z. B. DSFinV-K).
E-Rechnungspflicht ab 2025 (inkl. Übergangsfristen)
- Zum 1. Januar 2025 wird die E-Rechnung im B2B-Bereich in Deutschland Pflicht. Rechnungen müssen dann in einem EN-16931-konformen Format (z. B. XRechnung oder ZUGFeRD 2.x) ausgestellt werden.
- Übergangsfristen erleichtern den Umstieg:
- Bis 31. Dezember 2026 dürfen weiterhin Papierrechnungen versendet werden.
- Ab 1. Januar 2027 sind E-Rechnungen für Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtend.
- Ab 2028 gilt die Pflicht dann für alle Unternehmen, unabhängig vom Umsatz.
- Ein modernes DMS sollte daher unbedingt E-Rechnungen automatisch erstellen und versenden können, um Bußgelder und Rückfragen durch das Finanzamt zu vermeiden.
Datenschutz & revisionssichere Archivierung
- Mit der DSGVO sind Autohäuser verpflichtet, personenbezogene Daten (z. B. Kundendaten, Fahrzeuginformationen) sicher zu verarbeiten.
- Ein DMS muss daher Funktionen wie rollenbasierte Benutzerrechte, verschlüsselte Speicherung und Protokollierung von Zugriffen bieten.
- Zusätzlich ist eine revisionssichere Archivierung notwendig: Dokumente wie Verträge, Rechnungen oder Werkstattaufträge müssen unveränderbar gespeichert und jederzeit abrufbar sein.
- Viele Systeme arbeiten mit zertifizierten Archivierungsmodulen, die die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen (in der Regel 10 Jahre) automatisch berücksichtigen.
Vorteile der Nutzung von Autohändler-Software
Die Einführung einer spezialisierten Software für Autohändler (DMS) bietet nicht nur technische Modernisierung, sondern bringt handfeste Vorteile im täglichen Geschäft. Sie reicht von mehr Effizienz über bessere Kundenbindung bis hin zur rechtlichen Absicherung.
Effizienzsteigerung & Zeitersparnis
- Durch die zentrale Datenhaltung der KFZ Software entfällt das mehrfache Erfassen von Informationen in unterschiedlichen Systemen.
- Fahrzeugdaten, Kundenkontakte und Rechnungen sind sofort verfügbar – auch für mehrere Abteilungen gleichzeitig.
- Routineaufgaben wie Inserate auf mobile.de oder AutoScout24 lassen sich automatisieren, wodurch Händler oft mehrere Stunden pro Woche sparen.
Mehr Transparenz in Prozessen & Finanzen
- Mit wenigen Klicks lässt sich nachvollziehen, welches Fahrzeug sich wo befindet, welche Margen erzielt werden und welche Aufträge in Bearbeitung sind.
- Das Management erhält tagesaktuelle Kennzahlen (z. B. Umsatz pro Verkäufer, Werkstattauslastung, offene Rechnungen).
- Diese Transparenz verbessert nicht nur die internen Abläufe, sondern erleichtert auch strategische Entscheidungen.
Bessere Kundenbindung durch CRM & Marketing
- Kunden erwarten heute personalisierte Angebote und eine schnelle Kommunikation.
- Ein DMS ermöglicht automatische Serviceerinnerungen (z. B. HU/AU, Inspektionen) sowie personalisierte Marketingkampagnen.
- So entsteht eine langfristige Bindung, die sich in höherer Kundenzufriedenheit und Wiederkaufsraten niederschlägt.
Rechtssicherheit und weniger Fehlerquellen
- GoBD- und TSE-konforme Kassensysteme schützen vor Problemen bei Betriebsprüfungen.
- Die automatische Erstellung von E-Rechnungen nach EN 16931 verhindert Formfehler und spart Nacharbeit.
- Durch standardisierte Prozesse sinkt die Gefahr von Doppelbuchungen, fehlerhaften Verträgen oder falschen Lagerbeständen.
Zusammengefasst: Autohändler-Software ist weit mehr als ein IT-Tool – sie ist ein strategisches Instrument, um Kosten zu senken, Kundenbeziehungen zu stärken und rechtssicher zu arbeiten.
Auswahlkriterien – So finden Autohäuser die passende Lösung
Die Auswahl der richtigen Software für Autohändler ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Da sich die Systeme hinsichtlich Funktionsumfang, Bedienbarkeit und Kosten stark unterscheiden, sollten Autohäuser folgende Kriterien berücksichtigen:
OEM-Zertifizierungen & Herstellerschnittstellen
- Viele Markenhersteller (z. B. VW, Ford, Kia) verlangen, dass Händler bestimmte Datenmeldungen und Schnittstellen nutzen.
- Ein DMS mit OEM-Zertifizierung stellt sicher, dass Garantieanträge, Service-Reports und Fahrzeugbestellungen reibungslos abgewickelt werden.
- Wer mehrere Marken vertritt, sollte besonders auf Mehrmarkenfähigkeit und umfangreiche Schnittstellen achten.
Cloud vs. On-Premise
- Cloud-Lösungen bieten den Vorteil, dass sie ortsunabhängig nutzbar sind, regelmäßige Updates automatisch eingespielt werden und geringere IT-Investitionen nötig sind.
- On-Premise-Systeme liegen auf eigenen Servern und erlauben mehr Kontrolle, erfordern jedoch höhere IT-Ressourcen und Wartung.
- Ein hybrides Modell kann sinnvoll sein, wenn bestimmte sensible Daten lokal gespeichert werden sollen, während andere Bereiche cloudbasiert laufen.
Bedienbarkeit & mobile Nutzung
- Ein DMS sollte intuitiv und übersichtlich sein, damit Mitarbeiter es schnell erlernen und effizient nutzen können.
- Mobile Apps für Verkäufer oder Werkstattmitarbeiter sind heute fast unverzichtbar:
- Verkäufer können Angebote direkt beim Kunden erstellen.
- Werkstattmitarbeiter stempeln Aufträge per Tablet oder Smartphone ab.
- Eine gute Usability erhöht die Akzeptanz im Team und senkt den Schulungsaufwand.
Schnittstellen-Ökosystem
- Ein modernes DMS lebt von seinen Integrationen. Achten Sie auf Anbindungen zu:
- Fahrzeugbörsen (mobile.de, AutoScout24)
- Bewertungstools (SilverDAT für Restwert & Kalkulation)
- Finanzbuchhaltung (DATEV-Export, Schnittstellen zu Steuerberatern)
- Marketing-Tools (E-Mail-Marketing, Lead-Management)
- Je mehr Schnittstellen vorhanden sind, desto besser lässt sich das System in bestehende Prozesse einfügen.
Kosten & Supportleistungen
- Neben den Lizenz- oder Abonnementkosten spielen Implementierung, Schulungen und Support eine große Rolle.
- Achten Sie auf:
- transparente Preisgestaltung (z. B. keine versteckten Kosten für Schnittstellen)
- Verfügbarkeit von deutschsprachigem Support
- regelmäßige Updates, die auf rechtliche Änderungen (z. B. E-Rechnungspflicht) reagieren
- Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zeigt sich nicht nur an den reinen Kosten, sondern auch am langfristigen Nutzen für das Autohaus.
Mit dieser Checkliste können Autohäuser eine fundierte Entscheidung treffen und sicherstellen, dass die ausgewählte Software nicht nur heute, sondern auch in Zukunft den Anforderungen gerecht wird.
Praxisbeispiele & typische Workflows
Ein gutes Dealer-Management-System (DMS) bildet nicht nur einzelne Funktionen ab, sondern vernetzt sie zu durchgängigen Prozessen. So entstehen reibungslose Workflows, die Autohäuser in ihrer täglichen Arbeit deutlich entlasten.
Vom Ankauf über Bewertung bis zum Inserat
- Ein Fahrzeug wird angekauft und im DMS mit allen Daten (z. B. VIN, Laufleistung, Ausstattungsdetails) erfasst.
- Über SilverDAT oder andere Bewertungs-Tools wird automatisch ein realistischer Marktwert ermittelt.
- Mit wenigen Klicks wird das Fahrzeug gleichzeitig auf mobile.de, AutoScout24 und der Händler-Website inseriert – inklusive Fotos und Beschreibung.
- Das spart Zeit und sorgt dafür, dass Fahrzeuge schneller online sichtbar sind.
Kundenkontakt & Vertragsabschluss
- Ein Interessent meldet sich über ein Online-Inserat. Seine Daten werden automatisch im CRM-Modul des DMS erfasst.
- Verkäufer sehen sofort die Historie des Kunden (z. B. frühere Anfragen oder Serviceleistungen).
- Ein individuelles Angebot inklusive Finanzierung oder Leasing wird direkt im System erstellt.
- Der Kaufvertrag kann digital signiert und revisionssicher archiviert werden.
Werkstattauftrag & Teilemanagement
- Nach dem Verkauf erhält der Kunde einen Servicetermin. Dieser wird im DMS geplant und direkt mit dem Kundenfahrzeug verknüpft.
- Werkstattmitarbeiter stempeln ihre Arbeitsschritte digital ab – auch mobil via Tablet.
- Fehlende Ersatzteile werden automatisch erkannt und über die integrierte Lagerverwaltung nachbestellt.
- Das System dokumentiert die gesamte Servicehistorie, die beim nächsten Besuch sofort abrufbar ist.
Rechnungsstellung & DATEV-Export
- Nach Abschluss eines Verkaufs oder Werkstattauftrags erstellt das DMS automatisch eine GoBD-konforme Rechnung.
- Ab 2025 erfolgt dies im E-Rechnungsformat (z. B. XRechnung, ZUGFeRD), sodass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind.
- Rechnungen, Gutschriften und Mahnungen lassen sich direkt an den Kunden verschicken.
- Gleichzeitig erfolgt die Übergabe an DATEV, damit der Steuerberater alle Daten ohne Zusatzaufwand weiterverarbeiten kann.
Diese Praxisbeispiele zeigen: Ein DMS begleitet Händler vom ersten Kundenkontakt über Verkauf und Service bis zur Buchhaltung. Dadurch wird der komplette Geschäftszyklus nicht nur digitalisiert, sondern auch effizienter, transparenter und rechtssicher.
Fazit
Die Automobilbranche steht mehr denn je im Zeichen von Digitalisierung, gesetzlichen Neuerungen und wachsendem Wettbewerbsdruck. Für Autohäuser bedeutet das: Wer langfristig erfolgreich sein will, muss seine Prozesse effizient, transparent und rechtssicher gestalten. Genau hier setzt Software für Autohändler – Dealer-Management-Systeme (DMS) – an.
Ein modernes DMS bündelt sämtliche Abläufe – von der Fahrzeugverwaltung über den Verkauf und die Werkstattorganisation bis hin zur Buchhaltung – in einem zentralen System. Dadurch entstehen klare Vorteile:
- Mehr Effizienz und weniger Fehler durch Automatisierung
- Bessere Kundenbindung dank integriertem CRM und Marketingtools
- Rechtssicherheit durch GoBD- und TSE-konforme Kassen sowie E-Rechnungspflicht-Umsetzung ab 2025
- Transparenz durch aktuelle Auswertungen und Kennzahlen
Der Markt bietet sowohl deutsche Anbieter, die stark auf rechtliche Vorgaben und regionale Besonderheiten ausgerichtet sind, als auch internationale Systeme, die besonders für größere Händlergruppen interessant sind.
Empfehlung: Jedes Autohaus sollte eine individuelle Bedarfsanalyse durchführen und verschiedene Anbieter vergleichen. Oft lohnt es sich, mit einem Pilotprojekt zu starten, um die Alltagstauglichkeit und den Support in der Praxis zu prüfen. So stellen Autohäuser sicher, dass ihre Software nicht nur die aktuellen Anforderungen erfüllt, sondern auch für die Zukunft gerüstet ist.
FAQ – Häufige Fragen zu Software für Autohändler
Welche Software ist für kleinere Autohäuser besonders geeignet?
Für kleine bis mittelgroße Händler eignen sich schlanke, cloudbasierte Lösungen wie Carcuro oder Autrado. Carcuro punktet mit einfacher Fakturierung und GoBD-/E-Rechnungskonformität, während Autrado besonders bei der Inseratsverwaltung auf mobile.de und AutoScout24 stark ist.
Welche DMS-Systeme sind OEM-zertifiziert?
Loco-Soft ist für verschiedene Marken (z. B. Ford, Kia) OEM-zertifiziert und erfüllt damit die Anforderungen vieler Hersteller. Auch internationale Anbieter wie Keyloop und incadea arbeiten eng mit Herstellern zusammen und bieten entsprechende Schnittstellen.
Welche Lösung eignet sich besonders für Fahrzeugbewertungen und Reparaturkalkulationen?
Hier ist SilverDAT (DAT) der Branchenstandard. Es handelt sich zwar nicht um ein vollwertiges DMS, wird aber von vielen Systemen integriert und liefert objektive Gebrauchtwagenwerte sowie Reparaturkostenkalkulationen.
Gibt es Software, die sowohl DMS als auch Marketingfunktionen abdeckt?
Ja, pixelconcept bietet eine Kombination aus Dealer-Management-System und Marketingplattform. Neben CRM und Bestandsmanagement lassen sich auch Websites und Marketingkampagnen direkt integrieren.
Welche Anbieter sind für große Autohausgruppen interessant?
Für große Strukturen mit mehreren Standorten sind internationale Anbieter wie CDK Global, Keyloop oder Reynolds & Reynolds besonders geeignet. Sie zeichnen sich durch hohe Skalierbarkeit, modulare Systeme und breite Integrationen aus.
Welche Systeme sind besonders stark in der Werkstatt- und Serviceverwaltung?
Lösungen wie Loco-Soft und KFZ3000 bieten umfangreiche Funktionen für Werkstätten: digitale Auftragskarten, Teilemanagement und Zeiterfassung. Sie sind daher ideal für Händler mit großem Aftersales-Bereich.
Unterstützen alle Anbieter die E-Rechnungspflicht ab 2025?
Viele Systeme haben bereits entsprechende Funktionen integriert. Besonders Carcuro wirbt explizit damit, „bereit für die E-Rechnungspflicht“ zu sein. Auch etablierte Anbieter wie Loco-Soft und ECAROS passen ihre Software regelmäßig an gesetzliche Änderungen an.